Die Frau

Die Rollenbilder sind in unserer heutigen Gesellschaft viel unschärfer geworden. Gleichzeitig sind die Anforderungen und die Lebensgeschwindigkeit gestiegen. Wir erbringen Leistungen auf hohem Niveau und laufen Gefahr, auf all den vielen verschiedenen Bühnen auf denen wir tanzen nur noch zu funktionieren. Die wahren Bedürfnisse werden verdrängt, Leidenschaft und Lebenslust schwinden, Frust kommt auf. Für viele Frauen ist diese Entwicklung Realität. Denn ohne die positiven Auswirkungen zu negieren hatte die Emanzipation der Frau eine nicht zu unterschätzende Nebenwirkung. Anstatt das eigene Potenzial zu leben und den eigenen Weg zu gehen, haben sich viele Frauen viel zu stark am männlichen Sein orientiert, einerseits im Beruf, wo viele sich in blindem Eifer an Männern orientierten, andererseits aber auch zu Hause, wo viele Frauen grossen Bestätigungsdruck verspüren und im Zuge dessen meist die Kontrolle über den Familienalltag übernehmen, also „die Hosen anhaben“. 

Dabei gingen wunderbare weibliche Aspekte wie das intuitiv-schöpferische, kreative aber auch das sinnliche Element oder die Fähigkeit, Harmonie herzustellen und den Ausgleich zu suchen, verloren. Die feminine Energie repräsentiert im Kern eine offene Haltung, geprägt von Mitgefühl und der Fähigkeit, loszulassen und sich passiv im Fluss zu bewegen. Dies im Gegensatz zur männlichen Energie, die sehr zielgerichtet ist. Weibliche Energie ist geprägt von zielloser Hingebung. Das Weibliche nimmt an und akzeptiert, ohne zu beurteilen und zu analysieren. Es lebt von einem Moment zum nächsten und schöpft aus einer Fülle von Möglichkeiten. Wer diesen Weg der Weiblichkeit beschreitet findet sein Potenzial und lebt seine Stärke.

Leider sind Fülle und Fluss des Weiblichen im Laufe der letzten Jahrzehnte stark in den Hintergrund gerückt. Damit haben sich viele Frauen weit von ihren eigentlichen Bedürfnissen und ihrem Potenzial entfernt und fühlen sich heute mehr und mehr unzufrieden.